Witterungsschutz für Schornsteinköpfe
Die heute gebräuchlichen Fertigteile für Hausschornsteine müssen für den Einsatz im Freien (über dem Dach) gegen Witterungseinflüsse geschützt werden.
Vorschriften nach DIN V 18160 Teil 1 Abschnitt 6.11.1
Die Oberflächen der Abgasanlagen und der Schächte von Abgasleitungen müssen, soweit sie ans Freie grenzen, aus witterungsund frostbeständigen Baustoffen hergestellt sein oder gegen das Eindringen von Niederschlagswasser geschützt werden, z.B. durch Außenputz nach DIN EN 998-1 oder Verkleidung. Verkleidungen der Wangen der Abgasanlagen für feste Brennstoffe gegen Eindringen von Niederschlagswasser an der Mündung sind darüber hinaus aus nichtbrennbaren Baustoffen herzustellen.
Regenwasser muss zuverlässig ferngehalten werden
Die Verkleidung muss Regenwasser zuverlässig vom Schornstein fernhalten, sollte aber gleichzeitig diffusionsdurchlässig sein, damit der aus dem Schornstein diffundierende Wasserdampf nach außen abströmen kann und nicht an der kalten Innenseite der Verkleidung kondensiert.
Hinterlüftete Verkleidung für Abführung des Wasserdampfes
Es ist deshalb zweckmäßig, die Verkleidung zu hinterlüften, d.h. einen Luftspalt von min. 1,5 cm zwischen Schornstein und Verkleidung vorzusehen, damit der Wasserdampf zuverlässig abgeführt werden kann.
Einsatz von Fertigteilsystemen
Empfehlenswert ist hier der Einsatz von Fertigteilsystemen (Stülpköpfe). Diese sind genau auf den Fertigteilschornstein abgestimmt und zwangsweise hinterlüftet.
Feuchtigkeitsprobleme bei örtlich hergestellten Verkleidungen
Bei örtlich hergestellten Verkleidungen kommt es erfahrungsgemäß immer wieder zu Feuchtigkeitsproblemen durch eindringendes Tagwasser oder ungenügende Hinterlüftung der Verkleidung.
Stülpköpfe als Fertigteilelemente
Stülpköpfe werden heute als Fertigteilelemente angeboten. Sie benötigen keine Kragplatte, da sie auf das obere Ende des Schornsteins aufgesetzt werden. Meist enden sie oberhalb der Dachhaut. Dies erleichtert die Abdichtung zum Dach, da die Verwahrung direkt an der Schornsteinaußenfläche hochgezogen werden kann, wodurch die Fuge zwischen Verwahrung und Schornstein vom Stülpkopf überdeckt wird.
Schemadarstellung eines Faserbetonkopfes
Gemauerte Schornsteinköpfe stellen hohe Anforderungen
Die Verkleidung eines Schornsteinkopfes mittels eines örtlich erstellten Sichtmauerwerkes stellt hohe Anforderungen an Material und handwerkliche Ausführung.
Schemadarstellung eines gemauerten Schornsteinkopfes
Für eine Schornsteinkopfummauerung müssen Vormauerziegel in ausgesuchter Qualität verwendet werden, da sonst durch Risse in den Steinen das Regenwasser hinter die Ummauerung dringt, und den Schornstein durchfeuchtet. Eine nicht sachgemäße, den Anforderungen an ein Sichtmauerwerk nicht entsprechende Ausführung der Fugen, ist häufig Ursache für spätere Beanstandungen.
Örtliche Verkleidungen von Schornsteinköpfen
Örtlich hergestellte Verkleidungen aus Platten, wie z. B. Schieferund Faserzementplatten oder Blech werden in der Regel auf Unterkonstruktionen angebracht, die direkt am Schornstein befestigt werden. Als Unterkonstruktionen werden häufig Holzlattungen verwendet. Diese Ausführung ist für Schornsteine nur zulässig, wenn die Unterkonstruktion dicht mit mineralischen Baustoffen abgedeckt ist. Wenn nicht, muss die Unterkonstruktion aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen.
Forderung nach DIN V 18160, Teil 1, Abschnitt 6.11.4.3
Für Unterkonstruktionen von Verkleidungen an Abgasanlagen mit Außenschalen aus Mauerwerk oder Beton oder an Schächten für Abgasleitungen dürfen Holzlatten verwendet werden. Großflächige Unterkonstruktionen aus brennbaren Baustoffen dürfen verwendet werden, wenn diese die erforderlichen Abstände nach 6.9 einhalten. Zusätzlich müssen Unterkonstruktionen mit brennbaren Baustoffen bei Anschluss von Feuerstätten für feste Brennstoffe zum Schutz gegen Entflammen durch Flugfeuer oder strahlende Wärme dicht mit nichtbrennbaren Baustoffen abgedeckt sein.
Dichte Abdeckung bzw. Abdeckung mit mineralischen Baustoffen aus Sicherheitsgründen
Die dichte Abdeckung soll ausschließen, dass die in der Unterkonstruktion verwendeten brennbaren Baustoffe durch Funkenflug entzündet werden. Die Abdeckung mit mineralischen Baustoffen soll verhindern, dass die brennbaren Baustoffe durch Wärmestrahlung, wie sie bei einem Rußbrand im Schornstein auftreten kann, entzündet werden.
Schemadarstellung einer Verschieferung
Betonabdeckplatte
Es empfiehlt sich auch bei Blechverkleidungen, als Mündungsabschluss eine Betonabdeckplatte einzusetzen.
Ausführliches Merkblatt anfordern
Wegen der Ausführungen von Verkleidungen aus Blech verweisen wir auf das Merkblatt „Schornsteinkopf-Bekleidung in Klempner-Technik" vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima, ZVSHK, St. Augustin 1, Ausgabe September 1988.
Schemadarstellung einer Blechverkleidung und einer Verkleidung mit Putz
Belüftung des Schornsteinkopfes
Ist der Diffusionswiderstand der Verkleidung größer als derjenige des Schornsteins, so muss zwischen Schornstein und Verkleidung eine Belüftung vorgesehen sein, durch die diffundierender Wasserdampf ins Freie abgeführt wird. Dies trifft vor allem für Schornsteine zu, die mit Blech verkleidet werden.
Belüftung bei Fertigteil- und Montagesystemen vorgegeben
Bei Fertigteil- oder Montagesystemen ergibt sich die Belüftungsmöglichkeit ohnehin schon dadurch, dass ein ausreichender Abstand zwischen Schornstein und Fertigteilkopf für die Montage notwendig ist.
Bei Stülpköpfen, die oberhalb der Dachhaut enden, kann auf eine obere Entlüftungsöffnung verzichtet werden, wenn der Abstand zwischen Schornsteinaußenfläche und Stülpkopf mindestens 2 cm beträgt.
Verkleidungen aus kleinformatigen Platten, wie Schieferplatten, Faserzementplatten und -schindeln können meist ohne Be- und Entlüftung ausgeführt werden.
Belüftungsöffnung auch im Dachbereich möglich
Die Belüftungsöffnung kann bei Schornsteinköpfen, die unterhalb der Dachhaut enden, im Dachbereich angeordnet werden, wenn sie in einem kalten Raum ohne Verbindung zum Wohnbereich liegt. Bei ausgebauten Dachgeschossen ist die Belüftungsöffnung oberhalb der Dachfläche anzuordnen, damit keine Kondensation an der kalten inneren Oberfläche des Schornsteinkopfes auftreten kann.
Wärmedämmung des Schornsteinkopfes
In kalten Dachräumen und im Freien ist der Schornstein niedrigen Umgebungstemperaturen ausgesetzt und die Abgase sind gegenüber ihrer Ausgangstemperatur merkbar abgekühlt. Der Wärmedämmung kommt in diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu.
Bei regelmäßiger Taupunktunterschreitung Wärmedämmung auch für feuchteunempfindliche Schornsteine
Auch feuchteunempfindliche Schornsteine, die eine hohe Wärmedämmung innerhalb ihrer Konstruktion aufweisen, müssen nach den Festlegungen in den Zulassungen gegenüber kalten Dachräumen und im Freien auf der Außenseite wärmegedämmt werden, wenn mit regelmäßiger Taupunktunterschreitung zu rechnen ist. In der Regel trifft dies zu, wenn die Abgastemperatur am Kesselende niedriger als 60°C ist.
Wärmedämmung von 3 bis 5 cm
Die Dicke der Wärmedämmung im Dachbereich oder über Dach sollte 3 bis 5 cm betragen. Über Dach ist bei dichten Verkleidungen eine Belüftung von = 1,5 cm zwischen Dämmschicht und Verkleidung vorzusehen. Unter Dach kann die Dämmschicht mit dampfdurchlässigen Baustoffen abgedeckt werden.
Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Materialien
Als Dämmstoffe für Schornsteine dürfen nur nichtbrennbare Baustoffe, wie z. B. Mineralfaser- oder Glasfaserplatten eingesetzt werden. Brennbare Baustoffe sind im Bereich der Schornsteinmündung bis 1 m unterhalb nicht zulässig.